Listenplatz 2: Stadträtin Anne Kreim

Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen – große Lücke und wachsender Bedarf – Erzieherinnen und Erzieher fehlen

Es war abzusehen. Fachkräftemangel, Ausbau der Kitas und Schulen zum Ganztag, Demografischer Wandel und vieles mehr.

Wenn Mütter und Väter arbeiten, werden mehr Betreuungsplätze in Kitas und Schulen benötigt. Tübingen steht vor der großen Herausforderung so schnell als möglich 18 neue Kita-Gruppen einzurichten und dafür Erzieherinnen und Erzieher zu finden.

Es ist klar – eine Dienstvereinbarung mit den städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist Verwaltungshandeln und der Gemeinderat ist dafür nicht zuständig.

Positiv ist, dass die Stadtverwaltung vieles versucht um Fachkräfte im Kitabereich einzuwerben. Immerhin sind auch noch 20 derzeitige Stellen nicht besetzt, so die Verwaltung.

Die Prognosen weisen schon sehr lange darauf hin, dass bis 2025 bundesweit über 191.000 Fachkräfte fehlen werden (Prognos AG 2018). Ist Abwerben die Lösung, ist ungleiche Bezahlung die Lösung? Stiften diese Lösungen Unfrieden!

Finden wir noch andere Lösungen? Innovative Arbeitszeitgestaltungen und Vereinbarkeits-angebote sowie Alternativen zur Teilzeit oder Arbeitsmarktzulagen? Oder einfachere Anerkennungsverfahren nicht deutscher Berufsabschlüsse mit einschlägigen Qualifizierungen?

Erzieherinnen und Erzieher können wir nicht herzaubern. Aber wir müssen gemeinsam versuchen sowohl für die städtischen Einrichtungen wie auch für die Einrichtungen der Freien Träger eine einvernehmliche Lösung zur Einwerbung und Bindung von Erzieherinnen und Erzieher zu finden.

Wie in den Haushaltsberatungen besprochen soll ein Teil der Zuschüsse aus dem gute Kita-Gesetz für die Einwerbung und Bindung neuer Fachkräfte eingesetzt werden. Ein anderer Teil war für die Reduzierung der Kita-Beiträge angedacht worden. Wird auf dem Gleichheitsgrundsatz entschieden und alle Fachkräfte in den städtischen Kitas und in den Kitas bei den Freien Trägern in den Erfahrungsstufen gleich behandelt, dann wären die Zuschüsse von Bund und Land komplett aufgebraucht und die Reduzierung der Kita-Beiträge müsste zurückgestellt werden.

Anne Kreim, Stadträtin der FDP im Tübinger Gemeinderat und auf Listenplatz 2 für Gemeinderats- und Kreistagswahl

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