Kreisverkehr

Mit der Nahverkehrsplanung des Landkreises ist das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs sukzessive verbessert worden; zugleich ist die Barrierefreiheit deutlich vorangekommen. Mit der Ausschreibung von Verkehrsleistungen in Form von Linienbündeln konnten Effizienzgewinne erreicht werden, die meist für eine Verbesserung des Verkehrsangebots genutzt wurden.

Die mit dem neuen ÖPNV-Gesetz des Landes gewachsenen Handlungsmöglichkeiten der Landkreise sollten dazu dienen, Verbesserungen im Bereich der Schülertarife und wirksame Sozialrabatte im Tarifgefüge des Verkehrsverbunds NALDO zu verankern. Schülerbeförderungsleistungen für Kinder aus sozial schwächeren Familien müssen kostenfrei werden, wie es das Starke-Familien-Gesetz des Bundes vorsieht.

Einen großen Schritt nach vorn für eine effiziente und umweltverträgliche Verkehrspolitik bringt die Umsetzung  der Planungen für eine Regionalstadtbahn: Der erste Spatenstich wird am 3. Mai feierlich in Entringen stattfinden; wenn es gut läuft, schaffen wir es, in der kommenden Amtsperiode auch die Strecken zwischen Tübingen – Rottenburg/ Horb und die Zollernbahn zwischen Tübingen und Ebingen in Angriff zu nehmen.

Der weitere große Schritt wäre die Fortführung der dann elektrifizierten Strecken aus der Region auf einer Bündelungstrasse in die Innenstädte von Tübingen und Reutlingen zu den Schwerpunkten des dortigen Verkehrsaufkommens. Die Verknüpfung von Stadt und Region bietet die Chance, weit mehr Menschen komfortabel, sicher und schnell zu ihren Zielen in den Städten zu transportieren. Die Verlagerung relevanter Anteile des Verkehrsaufkommens vom motorisierten Individualverkehr auf die lokal emissionsfreie Schiene wäre ein ganz wesentlicher Beitrag zur Bekämpfung des Staus, zur Luftreinhaltung und zum Klimaschutz.

B28, B27 und B296 bleiben Dauerbrenner, bis die im Bundesverkehrswegeplan als vordringlich verankerten Ortsumfahrungen Realität sind. In der Verantwortung des Kreises stehen nur wenige Straßenbaumaßnahmen an, dazu ein Belagserneuerungsprogramm, das die vorhandenen Straßen in Schuss hält. Gewicht aber hat der Bau von Radschnellwegen (Reutlingen – Tübingen, Rottenburg – Tübingen, Mössingen – Tübingen), mit dem ebenfalls eine Verkehrsverlagerung erreicht werden kann; im Zusammenwirken von Kreis, Land und den größeren Städten kann in den kommenden Jahren Vorbildliches geleistet werden.

Dietmar Schöning

Vorsitzender der Freien Demokraten im Kreistag

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