Leserbrief zur Berichterstattung zum Europaplatz im Planungsausschuss

Das Europaplatz-Projekt bleibt zweifelsfrei etwas Positives, auch wenn der einführende Text, den die Stadtverwaltung der aktuellen Beschreibung des Sachstands vorausgeschickt hat, eher als Anlass ideologiekritischer Betrachtungen denn als Begründung einer Gemeinderatsvorlage taugt. „Der ZOB“ heißt es da, „wird die Voraussetzung für die Weiterentwicklung Tübingens als eine dem aktiven Klimaschutz sowie einer umwelt- und sozialgerechten Mobilität verpflichteten Stadt schaffen.“ Und kurz danach: „wird die Neugestaltung des ZOB Europaplatz deutlich machen, was lebenswerte Stadtgestaltung für Menschen im Miteinander bedeutet.“

Diese Sätze habe ich kritisiert, nicht weil sie mir in Sachen Ökologie zu dick aufgetragen erscheinen, wie das Tagblatt schreibt, sondern weil sie eine im Übermaß ideologisch aufgeladene Beschreibung eines Infrastrukturprojekts darstellen, das in seinen Grundelementen schon vor über 20 Jahren im Gemeinderat beraten und beschlossen worden war, und das nur wegen der kritischen Zuspitzung der kommunalen Finanzlage in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts zeitweilig nicht weiterverfolgt worden ist.

Seien wir froh, wenn wir es jetzt trotz einer erneuten Eintrübung der wirtschaftlichen Lage und der entsprechend geringeren Handlungsspielräume der Stadt in wesentlichen Punkten umsetzen können. Es hochzustilisieren zu einem Projekt, das überhaupt erst „deutlich macht, was lebenswerte Stadtgestaltung für Menschen im Miteinander bedeutet“, besteht kein Anlass.

Dietmar Schöning, Fraktionsvorsitzender der FDP, Tübingen

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