Wirtschaft und Nachhaltigkeit

Aufgabe der Flächennutzungsplanung einer Gemeinde ist es auch, ein hinreichendes Angebot an Flächen für die künftige wirtschaftliche Entwicklung der Stadt bereitzustellen, einschließlich der erforderlichen Flächen für die Entwicklung von Wissenschaft und Forschung. In den vorbereitenden Arbeiten für den neuen Flächennutzungsplan hat der Gemeinderat – weitgehend im Konsens – im begrenzten Umfang Flächen für das Klinikum und die medizinische Forschung im Bereich Steinenberg und Sarchhalde ausgewiesen. Für weitere, früher für diesen Zweck vorgesehene Flächen wurden Verfahren zur naturschutzrechtlichen Unterschutzstellung eingeleitet. Für die Universität erforderliche Flächen konzentrieren sich auf den Bereich Ebenhalde/Steinenberg Egert/Rosenau.

Schelmen und Aischbach

Für die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung werden – neben kleineren Flächen in den Teilorten – etwa zehn Hektar Gewerbefläche im Bereich Schelmen (zwischen Weilheim und Derendingen) ausgewiesen. Dieses Gebiet wurde mit großer Mehrheit ausgewählt, nachdem der vom Oberbürgermeister vorgeschlagene Zugriff auf das Gebiet Au (mit einem heute nicht benötigten Reservebrunnen der Trinkwasserversorgung) weder im Gemeinderat noch in der Bürgerschaft eine Mehrheit gefunden hatte. Auch die Freien Demokraten hat dem unbedingten Erhalt von Trinkwasserfassungen Vorrang eingeräumt.
Speziell für das Handwerk wird im Bebauungsplan Aischbach II eine Fläche von etwa 1,0 Hektar für Betriebserweiterungen und Umstrukturierungen ausgewiesen. Wir haben uns nachdrücklich und mit Erfolg dafür eingesetzt, hier einen klaren Akzent zugunsten des Handwerks zu setzen.

Regional Denken

Nachdem der Wissenschafts- und Technologiepark durch erfolgreiche Gründungen im Bereich der Biotechnologie und der Medizintechnik sowie durch das CyberValley-Projekt zur künstlichen Intelligenz (KI) binnen kurzer Zeit voll ausgelastet sein dürfte, brauchen wir auch in diesem Bereich zusätzliche Räumlichkeiten und Flächen als Wachstumsflächen für erfolgreiche Unternehmen und für die Neuansiedlung von Start-Ups.

Da die Kapazität innerhalb der Stadt – auch durch die vorher beschriebenen Entwicklungen – begrenzt ist, plädieren wir mit Nachdruck für eine Kooperation mit Gemeinden des Umlands nach dem Vorbild der Technologieförderung Reutlingen/Tübingen oder des Gemeinsamen Wirtschaftsgebiets Reutlingen/Kusterdingen. Eine eng getaktete ÖPNV-Verbindung zum Beispiel zwischen den Gemeinden des Steinlachtals, dem Klinikum und den Naturwissenschaften auf der Morgenstelle und dem Technologiepark könnte Grundlage der erforderlichen Verkehrsinfrastruktur sein.

Digitales Tübingen – CyberValley

Wir unterstützen das Ziel, im Rahmen der CyberValley-Initiative eine europäische Spitzenposition in der KI-Forschung zu erreichen. Wir fordern einen direkten und offenen Dialog zwischen den beteiligten Institutionen, Wissenschafts- und Technikethikern sowie der Bürgerschaft über dessen Umsetzung. Wir begrüßen es, wenn ein gemeinsames ethisches Leitbild für das CyberValley-Projekt zustande kommt, das alle Beteiligten unter Einschluss der industriellen Kooperationspartner verpflichtet. Wir möchten die Forschung näher mit Start-Ups und mittelständischen Unternehmen zusammenbringen, um mehr Innovationen in Zukunftsbranchen, wie z.B. dem Gesundheitswesen oder der Mobilität zu ermöglichen, zu fördern und umzusetzen. Die wissensbasierte Wirtschaft ist der Zukunftsträger für Tübingen und die Region.

Artenschutz in Tübingen

Zum flächendeckenden Erhalt der Artenvielfalt setzen wir auf das erfolgreiche Konzept der Biotopvernetzung. Wir halten dies für ein geeignetes Modell, um die sichtbar zurückgegangene Biodiversität aktiv wiederaufzubauen und dauerhaft zu schützen. Deshalb möchten wir geeignete ungenutzte Flächen in der Stadt und in der direkten Umgebung in funktionsfähige Biotope umwandeln und Anreize dafür schaffen, dass auch private Grundeigentümer einen Teil ihrer Flur zur Nutzung als „Trittsteine für die Artenvielfalt“ bereitstellen.